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Schneeberger: Stromversorgung weiterdenken

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#PRAXIS | Das Szenario Blackout schwebt nicht nur über der Industrie und Privathaushalten, auch die Landwirtschaft ist in Zeiten der Automatisierung abhängig von der Stromversorgung. Der Generatorenprofi Schneeberger aus Eggelsberg in Oberösterreich bietet genau für dieses Problem eine Lösung: Zapfwellengeneratoren, die für die Stromerzeugung einfach an den Traktor angeschlossen werden. Für die hausinterne Produktion wurde zuletzt auf eine eigene Blechfertigung umgestellt.

Es ist ganz einfach: Mittels Plug&Play wird der Zapfwellengenerator, powered by Schneeberger, an einen Traktor angeschlossen und Notstrom erzeugt. Somit sind wichtige Automatisierungsprozesse wie Fütterung, Melken, Stalllüftung oder Bewässerung in der Landwirtschaft sichergestellt. Denn in Zeiten eines Blackouts stünde auch hier alles still, Tiere oder Ernte wären massiv gefährdet. Für Landwirte, Feuerwehren, Gemeinden oder Wassergenossenschaften bieten Zapfwellengeneratoren in Krisenzeiten eine ausreichende Notstromversorgung.

Unwetter als Auslöser

Die Idee dazu kam Josef Schneeberger bereits vor 32 Jahren: Nach einem schlimmen Unwetter 1990 wollte er etwas finden, das speziell Landwirten hilft. Da fast jeder Landwirt einen Traktor besitzt, war es naheliegend, dessen Motor für die Stromerzeugung zu nutzen. Barbara Schneeberger: „Den ersten Zapfwellengenerator haben wir 1990 gebaut, aber wir sind nie zufrieden und unser Produkt unterliegt einem laufenden Optimierungsprozess.“ Ein Zapfwellengenerator bietet im Vergleich zu einem Dieselaggregat Vorteile in Anschaffung und Unterhalt. Der Wartungsaufwand ist gering. Heute ist man führend in Sachen Know-How und Qualität in der DACH-Region. All das machte eine radikale Umstellung im Betrieb möglich.

Eigene Blechfertigung

Die Pandemie, Umweltkatastrophen und vor allem der Krieg in der Ukraine haben das Strom- und Blackout-Bewusstsein der Menschen verschärft. Auch die Landwirte wollen sich für den Ernstfall absichern, die Nachfrage bei der Firma Schneeberger ist größer denn je. Daher wagte Klaus Schneeberger, der mit seiner Frau Barbara das Unternehmen führt, im letzten Jahr den Schritt zur eigenen Blechfertigung.

Klaus Schneeberger entschied sich, eine LVD- Abkantpresse Easyform 170/30, die Programmiersoftware Cadman-B und -L und einen gebrauchten LVD-Laser anzuschaffen: „Wir sind mit der Abkantpresse, dem Laser  –  auch gebraucht bei Schachermayer gekauft – und einem gebrauchten Schweißroboter völlig neu in die Metallbearbeitung eingestiegen. Vorher waren die Gestelle unserer Geräte Zukaufprodukte. Da steckt ein ordentlicher Lernprozess dahinter. Auch haben wir nun drei neue Mitarbeiter, die eine komplett neue Abteilung darstellen. Der Support durch Schachermayer war hier enorm wertvoll, einerseits durch die angebotenen Schulungen, andererseits durch den ausgezeichneten Telefonsupport der Techniker, den wir immer noch nutzen.“

2.000 statt 300 Stück

Die Entscheidung zur Großinvestition hat man bis heute nie bereut: Das Unternehmen kann unabhängig von Zulieferern agieren, erzählt  Klaus Schneeberger: „Wir haben keine Schwankungen mehr bei Lieferzeiten, keine logistischen Hürden. Und die Lagerführung ist allein in unserer Hand, das heißt, wir tun uns mit der Preiskalkulation wesentlich leichter.“ Die Zahlen geben dem Salzburger recht: 2018 produzierte man noch 300 Generatoren pro Jahr, 2023 werden es 2.000 Stück sein.

LVD Easy Form 170/30

Herzstück der Neuanschaffung ist die LVD Easy Form 170/30 mit einer Biegelänge von drei Metern und 170 Tonnen Presskraft sowie dem adaptiven Biegesystem Easy-Form- Laser. Matthias Ebner, Experte Metallbearbeitungsmaschinen bei Schachermayer, erklärt die Stärken: „Das patentierte Easy-Form-Laser-Biegesystem von LVD garantiert den gewünschten Winkel vom ersten Biegevorgang an. Die einzigartige Ausführung des EFL-Systems ermöglicht es, Materialschwankungen anzupassen und automatisch alle Abweichungen in Echtzeit zu kompensieren.“ Die Cadman-Software hilft zusätzlich, ohne tiefer gehende Vorkenntnisse, das Beste aus den Maschinen herauszuholen.

Schneeberger setzt auf Inhouse-Blechfertigung mit kompetenten Partnern. Hier werden die Geräte wie die Zapfwellengeneratoren selbst entwickelt und gebaut, Klaus Schneeberger garantiert: „Jedes Bauteil, jede Schraube werden von uns sorgfältig geprüft.“ Und genau das schätzt auch Schachermayer, denn auch wir zählen zu den zufriedenen Kunden der Firma Schneeberger: Zwei Zapfwellengeneratoren ergänzen seit Jahresende den Schachermayer-Maschinenpark.


MEHR INFORMATIONEN: Schneeberger 

(Autor: Sabine Blattner, 24.01.2023 )

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