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Chico Hängematten: Die Seele baumeln lassen

© Chico

#PRAXIS | Will man dieser Tage den Frühsommer genießen, gibt es wohl nichts Besseres als das schwebende Gefühl einer Hängematte. Man hat den Himmel vor Augen, der Körper wirkt schwerelos, der Kopf kann abschalten. Chico, das oberösterreichische Familienunternehmen aus dem Mühlviertel, ist seit über 35 Jahren Spezialist in Sachen Hängematten und Hängesessel.

Eine Hängematte? Wer braucht denn so etwas? – Vor 35 Jahren wurde Chico, damals noch im elterlichen Bauernhof in einem Nebenstall notdürftig beheimatet, noch belächelt. Heute werden pro Jahr über 10.000 Chico-Produkte Made in Austria verkauft. Die Produktion umfasst ein All-In-Paket: In Oepping bei Rohrbach befinden sich die Zwirnerei, Weberei, Tischlerei, die Metallwerkstatt sowie Büro- und Vertriebsräume, dazu gibt es neben dem Stammhaus in Oepping auch eine Filiale in Wien. Begonnen hat man im Bauernhof, 1989 kommt die Zwirnerei dazu, seit 1998 ist im ehemaligen Kuhstall das heutige Büro positioniert, von dem aus zwei Filialen und fast 20 Mitarbeiter gelenkt werden. Die Idee kam vom Großonkel, erzählt Sylvia Katzlinger, Geschäftsführerin bei Chico: „Mein Onkel Franz Rohrmoser war Anfang der 1970er als Entwicklungshelfer in Brasilien bei einem Indio-Stamm. Dort lernte er die Hängematte als Bettersatz kennen und auch die entsprechende Fertigung. Wieder zu Hause probierte er im eigenen Wohnzimmer, erste eigene Matten herzustellen.“

Individualität ist Trumpf

Gefertigt wird bei Chico Made in Austria: Vom Garn über das Endlosgewebe bis zu den Eschenholzgestellen und Hängekonstruktionen werden praktisch alle Komponenten selbst produziert. Jedes Chico-Produkt ist ein echtes Mühlviertler Qualitätsprodukt und trägt die unverwechselbare Handschrift seines Besitzers: Ob zwischen zwei alten Eichen montiert, auf einem mondänen Edelstahlgestell oder direkt an der Wand – der Kunde schwebt, worin er will. Zudem sorgen zahlreiche Farbkombinationen und unterschiedliche Grundtöne sowie die Wahl des Materials zwischen Baumwolle und witterungsfester Synthetik für höchste Individualität. Aber was ist das Faszinierende an einer Hängematte? Sylvia Katzlinger erklärt es ganz simpel: „Geborgenheit! Eine Kundin hat mir einmal gesagt: So stell ich es mir als Baby im Bauch der Mama vor. Das sanfte Wiegen entspannt, man kann sich fallen lassen und abschalten.“ Da man zusammen bekanntlich weniger allein ist, hält die Doppelhängematte für zwei Personen einem Gewicht bis zu 250 kg stand. Alles, was man dazu braucht: zwei Dübel, zwei Schrauben, zwei Seile. Und was für die Großen gilt, gilt natürlich auch für die Kleinsten: Denn das sanfte Hinundher-Wiegen ist jedem Kind und wohl auch allen Eltern bekannt. Die Kinderhängematte übernimmt die „Arbeit“, zudem werden Hängematten von Heilpädagogen auch eingesetzt, um den Gleichgewichtssinn und die Bewegungskoordination zu fördern. Seit dem Jahr 1990 ergänzt der erste Chico-Hängesessel das Portfolio: Denn, wo der Platz für eine Hängematte nicht reicht, ist trotzdem Raum für das schwebende Pendelgefühl, montiert an der Decke, an der Wand oder am frei stehenden Gestell.

Edle Eckpfeiler

Auf vielfachen Kundenwunsch werden seit 2007 Edelstahlgestelle angeboten, die bis zu 250 kg Tragkraft haben. Franz Katzlinger: „Für mich als gelernter Zimmerer war es eine interessante Herausforderung, mit edlem Metall zu arbeiten, und mit dem ersten Hängemattengestell „Alpha“ erfüllen wir seitdem einen oft geäußerten Kundenwunsch.“ Österreich steht im internationalen Image auch ein Stück weit für Gemütlichkeit, genau da setzt die Hängematte made in Mühlviertel an. Denn der Exportanteil von Chico beträgt mittlerweile 40 Prozent, exportiert wird nach Deutschland, Südtirol und in die Schweiz, die Niederlande sollen bald folgen.


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(Autor: Sabine Blattner, 06.07.2020 )

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